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dROH-Briefe - das letzte bisschen Original-ROHland

Dates - 18.03.05

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ROHck'n' ROHll


„Wir sind 'ne Dreimannfamilie
und haben echte Türkenpower
Hätten wir'n Obstladen
könntest du in unserem Geld baden…

…wir haben die treusten Fans, von all den großen Bands
Wenn du uns noch nicht kennst
wenn du uns noch verpennst
Geh in die Videothek
Und sieh nach Happy-Ends.“

- ROH 'Hört mir überhaupt hier irgendeiner zu'

ROH

(althochdeutsch rö = blutig; » bezeichnet einen unbearbeiteten Zustand von Etwas; » Umgangssprachlich wird eine ungehobelte, "ungeschliffene" Person oder eine grobe Person als roher Mensch bezeichnet;
„Nicht ganz dicht, nicht ganz gar“ – Lukas)



Was 1995 mit einer ‚zusammengewürfelten Boyband’ begann, ist inzwischen Kult.

1995 – das Geburtsjahr der unvergleichbaren Band ROH


Die Gründung der so genannten „Spaßpunkband“ verdanken wir Carstens damaligen Produzenten. Nach der Zeit bei ‚Clowns & Helden’ konzentrierte sich Carsten Pape aufs Songschreiben, hatte jedoch keine eigene Band. Also begab sich sein Produzent auf die Suche nach zwei Musikern, die in der Lage wären seine Musik zu interpretieren. Er fand da zum einen Meik Dobbratz, der vorher bei den Rubbermaids spielte und zum anderen Lukas Hilbert, der ebenfalls schon Bühnen-und Banderfahrung hatte. Damals ahnte niemand, dass sich die drei so gut verstehen -

Lukas: ...unsere Freundschaft ist ziemlich romantisch. Das empfinde ich als etwas ziemlich tiefes, weil Beziehungen kommen und gehen, und was wir laufen haben ist wirklich eine ganz intensive Freundschaft

und für ziemlich viel Aufruhr in der Musikszene sorgen werden.
Das erste Album erscheint dann 1997 bei eastwestrecords. In dieser Zeit sieht man immer wieder Bilder des Herrn Jesus, mit Heiligenschein und Dornenkranz, welcher fragt „Wie krieg ich die Zeit bis zu meiner Beerdigung noch rum“.



Und genau das ist der Titel der ersten Platte.


"Hab kein Idol
Und keine Konfession
Bin weder cool
Noch spür ich Agression

Mit Politik habe ich nichts im Sinn
Und zum nächsten Krieg geh ich bestimmt nicht hin

Aber wie krieg ich die Zeit bis zu meiner Beerdigung noch rum?"
(Roh- Wie krieg ich die Zeit bis zu meiner Beerdigung noch rum)


Einige Interessierte werden jedoch schon dank der davor erschienenen Single „Ich möchte nicht mehr mit der Kelly Family verwechselt werden“ aufmerksam, mit der ROH mehr oder weniger doch schon kleine Erfolge feierte. Schon auf dieser Maxi-CD war ein vertonter Bravo-Leserbrief zu finden.("Sie hat sich ihre Schamhaare neongrün gefärbt"). Jedoch nur einer. Dass fast das ganze zweite Album aus solchen bestehen würde, das hätte wohl niemand vermutet.
Doch schon 1998 war es dann so weit und „Was viele nicht zu singen wagten“ steht in den Läden. Die drei Spaßpunker aus Hamburg ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, besonders mit der veröffentlichten Single „Onanie ist voll in Ordnung, egal wie alt du bist“. Die 14-jährige Jasmin schreibt hilfesuchend dem Dr.Sommer-Team und erhält eine Bravo-typische Antwort. Das ganze muss man sich dann noch in Liedform vorstellen. Der Text bleibt unverändert und nichts reimt sich, was die Jungs vor eine neue Herausforderung stellt, welche sie allerdings mit Bravur meistern. Bei so viel Stolz, können sie es natürlich nicht ablehnen den Song in der Talkshow von Andreas Türck zu performen.

Carsten:"Carsten: Zu unseren Konzerten kommen Kids von 12 bis 16 Jahren, bis hin zu „Erwachsenen" von über 25. Es ist interessant, die unterschiedlichen Reaktionen der Leute auf unsere Songs zu beobachten: Die „Erwachsenen" amüsieren sich köstlich, während es den Kids doch eher manchmal peinlich ist... Es sind eben Probleme, die sie tatsächlich belasten. Doch wir versuchen ohnehin nicht, eine festgelegte Zielgruppe mit unsere Musik zu erreichen."

Aber nicht nur das zweite Album erscheint 1998; auch der Roadmovie „wie krieg ich die Zeit bis zu meiner Beerdigung noch rum“ wird veröffentlicht. Ein Videotagebuch, das das ROHe Leben wohl am besten und völlig unverblümt beleuchtet. Man bekommt einiges zu sehen: Konzertausschnitte, Hotelnächte, Partys; das rohe Tourleben eben.



Während sie am Anfang ihrer Karriere nur auf kleinen Stadtfesten spielten und deshalb gerne mal einen über den Durst tranken,

"Kennst du das auch, dass das Leben so hart ist
Und du wärst so gern ein Schwein
Doch du hast heut schon dreimal ja gesagt
Und du meintest eigentlich nein

Kennst du das auch? "


spielen sie mittlerweile richtige Konzerte
Und von ihren Touren und Konzerten hört man ja so einiges. Immer wieder heißt es, dass die ROHlinge Unmengen an Alkohol zu sich nahmen, auf die Bühne kotzten und ihr Bühnenequipment zerschlugen. Und wirklich gelogen ist das ja nicht.

Lukas: "Lukas: Wir haben die ganze Emotionspalette. Mir kann niemand erzählen, dass er nur lieb und brav ist. Jeder Mensch, der sich einigermaßen gehen lassen kann, der schlägt auch mal was kaputt oder schreit auch mal jemanden an. Die Leute haben nach außen immer einen Heiligenschein in dieser Gesellschaft und alles ist ganz brav. Dagegen bäumen wir uns eben ein wenig auf."

Eine weitere Besonderheit in Sachen Live-Auftritte war die „Pay to Play“-Tour. Lotto King Karl, einer der größten Fans der Band, spendiert jedem Besucher des Konzerts 10 DM, was die Presse dazu veranlasst über ROH zu berichten. So was nenn ich mal Promotion.
Nach sehr vielen Konzerten und dem doch sehr großen Alkoholkonsum, macht Lukas eine Therapie.
1999
Nun beginnen die ROHmantischen Zeiten. Musikalisch liest man immer wieder: „Vom Spaßpunk zum Pop“, aber doch eben roh.

eurogay: Wie würdet ihr euren aktuellen Musikstil bezeichnen?
Pape: Ich würde es mal als Popmusik bezeichnen...
Lukas: ...mit einer Rigorositäts-Attitüde, die schon ein paar Punkanleihen hat. Was bei uns Punk ist, ist diese Grobheit, die wir tatsächlich drauf haben.
Pape: Unseren Stil ansonsten finde ich einfach nur roh. Wenn wir zum Beispiel Balladen machen, dann klingt es immer noch nach unserer Band.


Die beiden Singleauskopplungen „Du brennst immer noch in mir“ und „Ich liebe dich“ des dritten Albums „ROHmantisch“, werden ein großer Erfolg.

"ROH, ROH, ROHmantisch ist gigantisch
und das Beste auf dem Markt
Ich kann verstehen dass man nur gutes darauf sagt
Kauf dir'ne Stereoanlage
Dein Ghettoblaster ist 'ne Plage für so'n Meisterwerk
Keine Frage
Pape hat zum ersten und zum letzten Mal gesungen wie ein Gott
Das kriegt kein Schlagzeuger hin
So wahr ich Lukas bin
Wir haben die besten Akkorde
Die Beatles sollen kacken gehen
würden wir englisch singen
würden wir weltweit mit doppelplatin
ganz oben in den Billboardcharts stehen "


Man kann es als ihren Durchbruch bezeichnen. Die Musikvideos laufen auf MTV und die CD’s sind ebenfalls „supported by MTV“. Es folgen Fernsehauftritte und Konzerte…
und jetzt, als man denkt, dass es nun endlich aufwärts geht,
trennen sich ROH im Jahre 2000.



Sie hinterlassen jedoch jede Menge Fans, für die ROH immer noch die beste Band der Welt war, ist und bleibt.


Fan-Zitat über Lukas, während seiner Zeit bei ROH:
"Es war außerdem die Art wie er lebte und wie er das Leben sah, was ihn außerdem sehr faszinierend machte..
Ich dachte wirklich: das ist mal jemand, der sich und seine Ideale nie verrät.
Ich hatte immer den Eindruck, der lebt die Musik..
Er war außerdem sehr ehrlich und hat sich getraut, die Sachen beim Namen zu nennen.
Und ja, auch dieses Selbstzerstörerische, was in ihm lauerte, hat mich
damals fasziniert..
Es sind halt so Kleinigkeiten, wie auch z.B die Art, wie er spricht und wie er bestimmte Wörter ausspricht.
Es ist irgendwie wie ein Puzzle: Aus vielen kleinen Teilen kommt am Ende dieses tolle, faszinierende Bild! "

© Joanna






Die letzten Worte gehören natürlich ihnen:

"und wenn mal jemand unsre Band scheiße findet, ist das alles nur auf unseren Manager begründet."

- ROH 'Mein Manager'
©   Lizy Darko© ·     Februar 2003 - 2008     ·      myspace.com/ROHmantik